StartseiteInformationen für unsere PatientenAuslandseinsatz

Am 06.09.2015 bin ich nach drei erlebnis- und erfolgreichen Wochen von meinem Auslandseinsatz zurückgekehrt.
Zunächst war ich 10 Tage in einem mir noch nicht bekannten Krankenhaus in Techiman in Zentralghana tätig.
Hier galt es, die im Juli diesen Jahres neu in Betrieb genommene Endoskopieabteilung im Aufbau zu fördern und
den Übergang in den Routinebetrieb zu begleiten. In konsiliarischer Begleitung konnten hier knapp 40 Gastroskopien
erfolgreich durchgeführt werden.
Die übrigen 10 Tage galten der Fortsetzung meiner Arbeit am Comboni-Center in Sogakofe, das vielen von Ihnen bereits aus
meinen Vorberichten bekannt ist.
Nähere Informationen und einige Bilder finden Sie weiter unten.


Das Grundmotto dieser Einsätze ist dabei immer: "Hilfe zur Selbsthilfe".

Organisiert wird der Einsatz von der gemeinnützigen Vereinigung GRVD (German Rotary Volunteer Doctors), die Ärzte in ausgewählte Krankenhäuser vorwiegend in Ghana und Nepal entsendet. Eine Mitgliedschaft im Rotary Club ist hierbei nicht Voraussetzung (wir zum Beispiel sind Nichtrotarier). Die Konzentration auf wenige Länder und Krankenhäuser entstand aus dem Gedanken, eine regelmäßige und nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten.

Das Holy Family Hospital in Techiman

Techiman liegt an einem Verkehrsknotenpunkt im zentralen Ghana und zeichnet sich durch eine rasch wachsende
Bevölkerung aus. Das relativ große und gut strukturierte Krankenhaus verfügt über knapp 200 stationäre Betten
und versorgt täglich 500-700 ambulante Patienten. Jährlich finden dort etwa 5000 Geburten statt.
An Fachabteilungen werden eine große Innere Medizin und Chirurgie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe und eine
Kinderabteilung vorgehalten. Angegliedert ist eine große Notfallambulanz.
Es ist eines der wenigen Krankenhäuser in Ghana, die über eine Endoskopie verfügen.
Die Website des Krankenhauses: www.holyfamilyhospitaltechiman.com/

Die Missionsstation "Comboni-Center" in Sogakofe

Die Missionsstation wurde 1985 von dem Comboni-Pater Riccardo Novati gegründet buchstäblich aus dem Nichts heraus. Inzwischen verfügt die Station über die gesamten Grund- und weiterführenden Schulen, mehrere Berufsschulen, eine Radiostation und natürlich das Krankenhaus.

Am 31.07.2015 ist Pater Riccardo, der Gründer der Missionsstation, nach langer Krankheit verstorben. Er hat in seinem Leben wirklich Großartiges geleistet und alle, die ihn kannten, werden ihn sehr vermissen. Am 21.08. fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und zahlreicher Würdenträger eine bewegende Trauerfeier statt. Ich war sehr froh, daran teilnehmen zu können.

Trauerfeier für Pater Riccardo

Das Krankenhaus hat insgesamt ca. 140 Betten (Innere, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und eine Kinderstation), dazu eine große Ambulanz mit 80-100 Patienten täglich. Das Krankenhaus verfügt über Basislabor, ein einfaches Röntgengerät, Ultraschallgeräte, sowie gut ausgestattete OP-Säle für Chirurgie und Augenheilkunde, außerdem eine Zahnstation.
Die derzeit 4 Ärzte vor Ort müssen ein sehr großes medizinisches Spektrum abdecken. Von Malaria über internistische Erkrankungen, kleinere Operationen bis hin zur Geburtshilfe. Unterstützt werden sie durch regelmäßig für einige Wochen tätige Fachärzte, überwiegend aus Italien und Deutschland.

Meine Tätigkeit umfasst dort insbesondere: Unterstützung und Absicherung der ambulanten und stationären Patienten, internistische Konsiliartätigkeit, Erfahrungsaustausch mit den einheimischen Kollegen, Unterricht in der Ultraschalltechnik und in der EKG-Beurteilung, OP-Vorbereitungen etc.
Meine Frau unterstützt das Krankenhaus durch verschiedene Aktivitäten, z.B. Assistenz der Ärzte, Mitarbeit in der Apotheke, Übersetzungen...

Wenn es in Afrika in der Gesundheitsversorgung an etwas fehlt, so sind das in erster Linie die Ärzte. Die wenigen Ärzte vor Ort sind sehr engagiert, können aber die vielen Aufgaben kaum erfüllen. Auch sind sie oft alleine gelassen und somit für die praktische Hilfe und den Erfahrungsaustausch sehr dankbar.
Die Menschen in Ghana sind sehr geduldig und leidensfähig und sie haben trotz einfachster Lebensbedingungen eine sehr frohe und positive Lebenseinstellung.

Wir danken unseren Patienten für ihr Verständnis, dass die Praxis während der Einsätze geschlossen bleibt.

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